Projekt: Findlinge in Oberhausen

Liebe Vereinsmitglieder und Unterstützer,

im vorigen Jahr haben wir Fahrradtouren zu den Findlingen in Oberhausen gemacht.

Findlinge sind große Felsblöcke, die während des Eiszeitalters durch Gletscher aus dem Norden in unsere Breiten transportiert worden sind.

In Oberhausen sind einige wichtige Findlinge besonders geschützt. Sie sind in der Liste der Oberhausener Naturdenkmale erfaßt. Für die Pflege dieser Liste ist die untere Naturschutzbehörde in Oberhausen zuständig.

Der FARO e.V. hat den Auftrag übernommen, die vorhandenen Findlingslisten zu aktualisieren und zu ergänzen und Vorschläge für den besseren Schutz und Sichtbarmachung zu unterbreiten. Wer möchte uns dabei helfen?

  • Sind ihnen auf ihren Spaziergängen Findlinge aufgefallen, die noch nicht erfaßt sind?
  • Wissen sie etwas zur Geschichte der Oberhausener Findlinge?
  • Wissen sie von Findlingen, die versetzt oder weggeräumt worden sind?
  • Möchten sie eine „Patenschaft“ für einen Findling übernehmen?
  • Möchten sie bei der Erfassung der Findlinge helfen?

Wir sind im September mit diesem Projekt gestartet. All diejenigen die interessiert sind, können mitmachen. Rückmeldungen unter: info@faro-ev.de.

In der Saale-Kaltzeit vor 300 000 bis 128 000 Jahren ist durch mehrere Gletschervorstöße unsere Landschaft bedeutend geformt worden. Flüsse, Seen, Täler, Heidelandschaften usw. sind entstanden. Auch größere Felsbrocken aus Skandinavien sind hier nach einer langen Reise abgelagert.

Diese Felsbrocken traten einzeln oder in sogenannten Moränen (z.B. der Kaiserberg) in lockeren sandig-toniger Ablagerungen auf.

Sie können gewaltige Größen oder besondere Formen annehmen. Generell werden Felsbrocken ab einem Kubikmeter berücksichtigt.

Geologisch sollten sie eher „Fremdlinge“ statt „Findlinge“ genannt werden. „Findlinge“ oder „erratische (verirrte) Blöcke“ wurden sie wegen ihres unbekannten Ursprungs und ihrer im Vergleich zu den einheimischen Gesteinen häufig andersartigen Zusammensetzung bezeichnet. Seit Ende des 19. Jahrhunderts weiß man, dass sie Relikte der Eiszeit sind.

Durch die große Anzahl von Sand-, Kies-, Tongruben sind recht viele Findlinge im Oberhausener Stadtgebiet vorhanden. Nur wenige Exemplare, wie zum Beispiel am Rande des Rhein-Herne-Kanals und im Revierpark Vonderort sind noch im situ, d.h. am ursprünglichen Ort.

Von unseren vorgeschichtlichen Vorfahren wurden Findlinge häufig zu Großsteingräbern zusammengetragen. In neuerer Zeit wurden sie auch für Denkmäler, im Straßen- und im Gartenbau verwendet.

Bereits seit 1965 sind diese Relikte in Oberhausen unter Schutz gestellt worden. Gründe für die Unterschutzstellung können eine besondere Form oder ästhetische Erscheinung, eine mineralogisch-petrologische (Porphyr, Diabas, Basalt, Granit, Diorit usw.) oder eine lokalgeschichtliche Bedeutung sein.

Sie prägen die Landschaft, erzählen Geschichten, stärken unsere Oberhausener Identität.