Die mittelalterliche Klever Landwehr in Oberhausen

Landwehre in Oberhausen – mittelalterliche Grenzen.

Bisweilen gerät der Umstand in Vergessenheit, dass es im und am heutigen Oberhausen Grenzen gab, an denen Landesherren wirtschaftliche und räumliche Ansprüche geltend machten oder durchsetzten. Die Freunde der Archäologie im Raum Oberhausen (FARO) haben sich für die Unterschutzstellung dieser überregional bedeutsamen archäologischen Spuren eingesetzt. Seit dem 17.10.2016 wird sie als Bodendenkmal geführt. Der damals erstellte Flyer steht hier zum Download bereit.

Am 08. September 2018 stellte der FARO e.V. im Rahmen des Tages des offenen Denkmals die Landwehr vor.

Es sollte auch eine Informationstafel aufgestellt werden.

Was sind Landwehren?

Landwehren sind nämlich Erdhindernisse, die aus von metertiefen Gräben begleiteten Wällen bestehen, die zwei bis drei Meter hoch waren. Ihre Kronen waren meist mit dichten Weißdorn- oder Hainbuchenhecken bepflanzt, und nur an bestimmten Stellen gab es besonders gesicherte Durchlässe. So regelte man einerseits den Handelsverkehr und zwang andererseits etwaige Feinde zu Umwegen.

Die Klever Landwehr in Sterkrade

Die in Sterkrade erhalten gebliebenen Reste der Klever Landwehr haben ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und waren Teil eines verzweigten Systems von Landwehren, deren Errichtung das Herzogtum Kleve auch für den rechten Niederrhein in Auftrag gegeben hatte. Die Landwehr im heutigen Oberhausener Norden war Teil eines Ausbaus zwischen Gahlen und Holten.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein hatte die Klever Landwehr Bestand und verlor hier erst nach dem Ende des Herzogtums Kleve in napoleonischer Zeit ihre Bedeutung. Landwirtschaftliche, siedlerische und industriell bedingte Veränderungen beeinträchtigten ihren Zustand und tun dies heute noch.

Landwehre in Oberhausen – mittelalterliche Grenzen und ihre Bedeutung

Oberhausens letzte Landwehr – ähnliche gab es auch an den Grenzen Styrums und Alstadens – gilt als unverzichtbares Zeugnis der Territorial- und Siedlungsgeschichte im Rheinland und ist eine wichtige Bodenurkunde, deren Geschichte zudem durch zahlreiche schriftliche Quellen zu verfolgen ist.

Lage

Die Landwehr befand sich im Wald, erreichbar über einen Weg, der gegenüber Haus
Weißensteinstr. 112, 46149 Oberhausen einmündet.

Erreichbar mit Buslinie 957 (Haltestelle Kiebitzstraße, von da noch 1 Minute Fußweg),

Hier die Position des Bodendenkmals bei TIM-Online, als Overlay die Preußische Uraufname von 1892.

Zubringerstraße zum Waldteich

Beim Bau der Straße „Zur Zeche Hugo“ wurde ein kleiner Teil der Landwehr überdeckt. Dies wurde erlaubt, da die Straße „in Dammlage verlaufe“. Beim Bau sollten Maßnahmen zum Schutz des Bodendenkmals ergriffen werden.
Luftbild 2015 Luftbild 2015

vgl. Stadt Oberhausen – Bauleitplanung – Bebauungsplan 753 Erschließung Waldteich/Weierheide im Stadtteil Holten, Schwarze Heide – Begründung – 10.2 Bodendenkmäler

Zerstörung der Landwehr

Die Landwehren sind jetzt im August 2025 durch eine Baufirma unerlaubterweise zerstört worden.

Bilder vor und nach der Zerstörung

2018

2025


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